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Wohin wir blicken und was das über uns aussagt (Standard Artikel, 14.08.15)

Wien – Mit Fragen dazu, wie Menschen ihre Umwelt mit Blicken nach wichtigen Informationen absuchen und was Blicke über das menschliche Denken, Fühlen und Erleben aussagen, beschäftigen sich ab Sonntag (16. bis 21. August) mehr als 600 Wissenschafter in Wien. Worüber auf der weltgrößten Konferenz zum Thema Augenbewegungen gesprochen wird, interessiert aber nicht nur Forscher, sondern auch die Industrie.

Im Fokus vieler Disziplinen

Augenbewegungen könnte man gewissermaßen als von außen sichtbaren Ausdruck innerer Vorgänge ansehen, sind sie doch Folge und Voraussetzung für zahlreiche grundlegende geistige Leistungen in Wahrnehmung und Gedächtnis. Daher haben sich sowohl Vertreter der (Neuro-)Psychologie, Linguistik, Neurophysiologie, Informatik, der Ingenieurwissenschaften und der klinischen und computerorientierten Wissenschaften der Blickforschung verschrieben.

Im Aufwind befinden sich auch Ideen, Blicke – etwa mittels High-Tech-Brillen – zum Steuern von alltäglichen Vorgängen zu nutzen. So könnten zukünftig beispielsweise Türschnallen mittels Augenbewegungen geöffnet werden.

Thema Lesen

Eines der ganz großen Themen der "European Conference on Eye Movements" (ECEM) ist das Lesen – also "ein Prozess, bei dem Wahrnehmung und Gedächtnis ineinandergreifen", wie es einer der Mit-Organisatoren der Konferenz, der Psychologe Ulrich Ansorge von der Universität Wien, ausdrückte. Bei derartigen Konferenzen gehe es in der Regel in etwas mehr als der Hälfte der Vorträge in irgendeiner Form darum. Über die Abläufe beim Lesen westlicher Schriftsprachen wisse man mittlerweile relativ viel – nun gehe es darum herauszufinden, in wie weit sich die Auseinandersetzung etwa mit chinesischen oder arabischen Schriftzeichen davon unterscheidet.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgen Wissenschafter im Bereich der Diagnose neurologischer Erkrankungen des Gehirns oder bei psychischen Störungen. Hier wird versucht, "unterscheidende Merkmale anhand des Blicks dingfest zu machen. Dieser Bereich weitet sich aus", erklärte Ansorge.

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Attraktive Gesichter fesseln den Zuhörer (Kurier Artikel vom 22.04.15)

Foto: AP/Christof Stache

Attraktive Gesichter fesseln die Aufmerksamkeit: dies gilt besonders für Männer, die schöne Frauengesichter sehen. Zu diesem Ergebnis kommen Psychologen der Universität Wien in einer aktuellen Studie. In zwei Experimenten zeigten sie 80 Probanden unterschiedlich attraktive Gesichter von Männern und Frauen. Es zeigte sich, dass schöne Gesichter – unabhängig vom Geschlecht - länger angeschaut werden als unattraktive Gesichter. Unterschiede gibt es aber auf der Seite des Betrachters – und zwar zwischen Männern und Frauen.

Aus der Attraktivitätsforschung ist schon länger bekannt, dass bestimmte Merkmale, wie zum Beispiel die Symmetrie eines Gesichts, allgemein als schön bewertet werden. Weniger bekannt ist, ob das, was man schön findet, auch unwillkürlich die Aufmerksamkeit beeinflusst. Die Forschergruppe um den Kognitionspsychologen Ulrich Ansorge ist der Frage nachgegangen, ob die Attraktivität von Gesichtern Auswirkungen auf Aufmerksamkeit und auf schnelle, sprunghafte Augenbewegungen hat – und ob es hierbei möglicherweise Geschlechtsunterschiede gibt.

Längere Blicke

Im ersten Experiment zeigten sie 40 Probanden am Computer Bilder von unterschiedlich attraktiven Männer- und Frauengesichtern. Nach einer Sekunde erschien zusätzlich ein Punkt auf dem Bildschirm und die Aufgabe der Versuchsteilnehmerinnen und –teilnehmer bestand darin, so schnell wie möglich auf diesen Punkt zu schauen. Es wurde registriert, wie lange es dauerte, bis der Punkt fixiert wurde und welche Augenbewegungen dabei erfolgten. Nach Abschluss mehrerer Versuchsdurchgänge beurteilten die Probanden zusätzlich alle Gesichter hinsichtlich ihrer Attraktivität.

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Quelle: Kurier, 22.04.2015 (Onlineausgabe)


 

Trügerische Welt im Kopf - so wird unsere Aufmerksamkeit (ab)gelenkt (Planetopiabeitrag vom 02.12.2013)

Ulrich Ansorge beeindruckt gerne Menschen. Der Psychologe testet, wie schnell sie sich ablenken lassen. Er zeigt ihnen am Computer abwechselnd zwei augenscheinlich gleiche Fotos vom Wiener Rathaus, zwischen den Wechseln blitzt es kurz schwarz auf. Dieser Blitz lenkt die Testpersonen derart ab, dass sie einen zusätzlichen Kirchturm auf einem der Fotos nicht wahrnehmen. Diesen Effekt nennt man "Change Blindness": Obwohl wir genau hinsehen, sind wir sozusagen blind, eine Veränderung zu erkennen. Quelle: www.planetopia.de

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© http://www.planetopia.de

 

 

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